Arbeitsanleitung für die Reinigung von verrußten Bauteilen (Betonbauteile, Mauerwerk, Putz usw.) durch Hochdruckwaschen nach
H. Mayer, BAYPLAN
- Vornässen der Flächen mit fein versprühtem Wasser.
- Vorgenäßte Flächen mit konzentrierter, hochwaschaktiver Reinigungslösung einsprühen; Für die Reinigungslösung pH - neutrales
bzw. bei Chloridbeaufschlagung, alkalisches Reinigungsmittel (=Tensid) verwenden.
- Reinigungswaschen kalt, warm oder heiß entsprechend der Probewaschung (=Musterfläche). An vertikalen Flächen von unten nach
oben waschen und sofort nachspülen! Der Druck des Sprühstrahls, die Art des Sprühkopfes und die Wassertemperatur sind entsprechend
den örtlichen Gegebenheiten zu wählen.
- Reinigungserfolg überprüfen!
| Mechanische Reinigungsverfahren |
Nach H. Mayer, BAYPLAN [33] |
| Reinigungs- verfahren |
Untergründe |
Reinigungsablauf |
Hinweise |
Schutz- maßnahmen |
Entsorgung |
| Steinmetzmäßiges Bearbeiten |
Naturstein |
Schmutzkrusten, verschmutzte Oberflächen entfernen, entstauben
|
Substanzverlust, nachträgliches Entstauben notwendig (Preßluft oder Kaltwasserreinigung) |
Augenschutz (Splitter) |
Schutt entfernen |
| Sandstrahlen trocken |
Naturstein Ziegel (Vorsicht!) Beton |
Abstrahlen, entstauben
|
u.U. hoher Substanzverlust, Strahlgut und Druck optimieren und auf Untergrund abstimmen |
Volle Schutzkleidung, Gerüstabdeckung (Planen, feine Netze notwendig)
|
Strahlmaterial entfernen |
| Sandstrahlen naß |
Naturstein, Ziegel, Beton
|
Abstrahlen, Strahlgut an gegliederten Fassaden entfernen (Preßluft) |
Mäßiger Substanzverlust, gute Reinigungswirkung, Strahlgutdurchsatz und Korngröße optimieren |
Volle Schutzkleidung, Gerüstabdeckung
|
Strahlgut entfernen |
Anmerkung: Alle mechanischen Reinigungsverfahren, insbesondere das Trockensandstrahlen, sind mit erheblichem Substanzverlust verbunden.
Bei stark gegliederten und verwitterten Fassadenbereichen werden mehrere Millimeter Substanz abgetragen. Weichere Steinarten
können stark geschädigt werden. Bei Ziegelmauerwerk kann die beim Brand entstandene schützende Sinterhaut stark geschädigt
werden. Es sind daher das Strahlmaterial, die Korngröße und der Strahldruck auf die jeweiligen Untergründe abzustimmen.
| Naßreinigung ohne chemische Zusätze |
Nach H. Mayer, BAYPLAN [33] |
| Reinigungs- verfahren |
Untergründe |
Reinigungsablauf |
Hinweise |
Schutz- maßnahmen |
Entsorgung |
| Kaltwasser drucklos |
Alle Fassaden- baustoffe |
Vornässen, Reinigen |
Nicht für starke Verschmutzungen |
Schutzkleidung, Fensteranschlüsse abdichten |
entfällt |
| Kaltwasser Sprühverfahren |
Sandstein, Ziegel |
Langzeiteinwirkung von Wasser durch Sprühstrahl |
Hohe Durchfeuchtung des Untergrundes, schonende Reinigung |
Schutzkleidung, Fensteranschlüsse und schadhafte Fugen abdichten |
Waschwasser ableiten |
Kaltwasser unter Druck |
Alle Fassaden- baustoffe |
Vornässen, Reinigen |
Bei hohem Druck leichter Substanzverlust bei verwitterten Natursteinoberflächen |
Schutzkleidung, Fensteranschlüsse und schadhafte Fugen abdichten |
Waschwasser ableiten |
Heißwasser unter Druck |
Alle Fassaden- baustoffe |
Vornässen, Reinigen |
Guter Reinigungseffekt, Substanzverlust bei hohem Druck |
Schutzkleidung, Fensteranschlüsse und schadhafte Fugen abdichten |
Waschwasser ableiten |
Anmerkung: Alle in dieser Tabelle aufgeführten Reinigungsverfahren können zur Beschleunigung bzw. Intensivierung der Reinigungswirkung
unter Zusatz von Tensiden durchgeführt werden. Zu beachten ist, daß bis zur Schaumfreiheit (Test) mit klarem Wasser nachgewaschen
wird. Biologisch abbaubare Tenside verwenden.
| Entfernen von Flecken aus Natursteinen |
Sonderreinigungsmittel nach H. Mayer, BAYPLAN [34] |
| Reinigungs- verfahren |
Untergründe |
Reinigungsablauf |
Hinweise |
Verschmutzungen |
Schutz- maßnahmen, Entsorgung |
| Kaolin, Wasserstoffperoxid |
Fleckige Marmor- oberflächen |
Mit Alkohol- / Benzingemisch abreiben, dann Paste auftragen, bis 24 Std. einwirken lassen, nachwaschen |
Wasserstoffperoxid- konzentration kann je nach Verschmutzungsgrad 10-15% betragen, Fettflecke mit Alkohol- / Benzingemisch
(1:1) behandeln
|
Stark fleckige und verschmutzte Marmor- oberflächen |
Feuergefahr beachten |
| Organische Lösemittelgemische |
Alle Natursteine Ziegel Beton
|
Paste auftragen, kurz einwirken lassen, abbürsten |
6 Gew.Tl. Alkohol 2 Gew.Tl. Butylacetat 1 Gew.Tl. Amylacetat 1 Gew.Tl. Aceton auch als Paste mit HDK anwendbar
|
Öl- und Fettflecken |
Feuergefahr beachten |
Calciumchlorid Kreide Pulvermarmor Benzin |
Natursteine |
Paste auftragen, kurz einwirken lassen, abbürsten |
Vorsicht: ätzend! Nur kurze Einwirkungszeit |
Hartnäckige Öl- bzw. Fettflecken |
|
Benzol Alkohol Ammoniak |
Alle mineralischen Untergründe |
Als Paste verwenden, Paste auftragen, einwirken lassen, abbürsten |
Lösemittelhaltige Pasten immer abdecken |
Teerflecken |
Feuergefahr beachten |
| Komplexon- Pasten |
Natursteine |
Pasten auftragen, mit Folie abdecken, einwirken lassen, abwaschen |
Mit Ammoniak auf einen pH-Wert von 9-10 einstellen. Wird auch mit Natriumsulfit im Verhältnis 1:1 verwendet. |
Entfernung von Kalk- und Gipskrusten sowie Kupferverbindungen o. Kupferläufer an Dachrinnen sowie von Rost. |
Neutralisieren, über Kläranlage entsorgen |
Oxalsäure- Pasten Wirkstoff: COOH | COOH |
Natursteine |
Paste auftragen, bis 24 Std. einwirken lassen und abspülen |
Probeflächen anlegen |
Rostflecken |
Arbeitsstoff- verordnung beachten |
Natriumsulfit 2%ige Flußsäure |
Natursteine |
Verfleckte Oberfläche mit Natriumsulfit abdecken, danach mit 2%iger Flußsäure befeuchten, abbürsten |
Probeflächen anlegen |
Rostflecken |
|
Natriumcitrat 1 Gew.Teil Glycerin 7 Gew.Teile Wasser 6 Gew.Teile Kreide |
Marmor, dichter Kalkstein |
In dicker Schicht auf den Marmor auftragen, 24 Std. belassen, nachspülen |
Als Paste verarbeiten |
Rostflecken |
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| Chemische Reinigungsverfahren, Naßreinigung mit Säuren |
nach H. Mayer, BAYPLAN [33] |
| Reinigungs- verfahren |
Untergründe |
Reinigungsablauf |
Hinweise |
Schutz- maßnahmen |
Entsorgung |
Flußsäurehaltige Reinigungsmittel Wirkstoff: HF wässrig sowie (NH4)HF2 als Paste |
Vorwiegend silikatisch gebundene Natursteine Ziegel Beton Putz
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Vornässen Absäuern Nachwaschen
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Konzentration u. Einwirkungszeit beachten, Musterflächen anlegen, schwacher bis mäßiger Substanzverlust, Verfärbungen bei
eisenhaltigen Natursteinen
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Schutzkleidung Augenschutz
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Über Kläranlage nach Neutralisation |
Salzsäurehaltige Reinigungsmittel Wirkstoff: HCL wässrig als verdünnte Lösung |
(Naturstein) Klinker Beton
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Vornässen Absäuern Nachwaschen
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Meist Kombinations- präparate, Konzentration u. Einwirkungszeit beachten, Musterflächen anlegen, Bildet mit carbonatischen Bindemitteln lösliche Salze, Substanzverlust
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Schutzkleidung Augenschutz
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Über Kläranlage nach Neutralisation |
Organische Säuren Wirkstoffe: HCOOH = Ameisensäure CH2SO2OH = Amidosulfonsäure COOH | COOH = Oxalsäure |
Naturstein Ziegel Kalksandstein Betonoberfl. Entfernen von Rostflecken
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Vornässen Absäuern Nachwaschen
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Für schwächere Verschmutzungen, geringer Substanzverlust Arbeitsproben anlegen
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Schutzkleidung Augenschutz
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Über Kläranlage nach Neutralisation |
Anmerkung: Alle sauren Reinigungsmittel greifen mehr oder weniger die Bindemittel der mineralischen Baustoffe an, wie in direktchemischer
Reaktion kalkige Bindemittel. Daher entsteht ein lösliches bauschädliches Salz und Wasser: Calziumcarbonat + Salzsäure ® Calziumchlorid + Kohlensäure + Wasser
Auch silikatische Bindemittel können angeätzt werden: Quarz + Flußsäure ® Siliziumtetrafluorid + Wasser
Chemische Reinigungsverfahren, Naßreinigung mit Alkalien |
nach H. Mayer, BAYPLAN [33] |
| Reinigungsverfahren |
Konzentrierte Laugen Wirkstoff: KOH in Wasser oder als Pasten
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| Untergründe |
Naturstein Ziegel Beton Putz
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| Reinigungsablauf |
Vornässen Reinigen Nachwaschen Intensiv mit Hochdruckreiniger
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| Hinweise |
Löst Straßen- und Industrieschmutz, Fett, Ruß Bildet mit Luftkohlensäure weiße Beläge (K-carbonat)
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| Schutzmaßnahmen |
Aluminiumteile und Zinkoberflächen schützen Augenschutz zwingend erforderlich
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| Entsorgung |
Darf nicht in die Oberflächenentwässerung eingeleitet wer |
Anmerkung: Mineralische Baustoffe werden im Gegensatz zu sauren Reinigungsmitteln nicht angegriffen. Die Reinigung von Ruß-, Teer- und
Fettschmutz sowie Gummiabrieb ist meistens als gut zu bezeichnen. Vorsicht ist geboten bei lackierten Flächen, Aluminium-
und Zinkteilen. Alkalische Reinigungsmittel reagieren mit der Luftkohlensäure zu Alkalicarbonat, das sich als weißer Belag
auf der Fassadenoberfläche ablagern kann. Darum muß nach dem Einwirken der alkalischen Reiniger intensiv mit Wasser nachgewaschen
werden.
Produktempfehlung:
| Verschmutzung |
Reinigungsmittel |
| Leichte Verunreinigungen: |
| Zementschleier, Mörtelreste, Kalkablagerungen |
Fefix®, Into® action plus, Into® Citrus , Into® fresh, Into® TOP,
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| Hartnäckige Verunreinigungen: |
Calciumsulfatausblühungen (Gips), Verfärbungen durch Eisen- oder Manganverbindungen, Verschmutzungen infolge von Umwelteinflüssen
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Helotil |
| Allgemeine fettige und ölige Verschmutzungen: |
Puronil, Bendurol® forte |
| Öl, Teer, Fette: |
Puronil, Bendurol® forte |
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